Unser Wahlprogramm

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 

 

unsere Stadt Delitzsch ist im Grunde eine lebens- und liebenswerte Stadt. Leider fehlt es ihr an Familienfreundlichkeit, Perspektiven für Jugendliche sowie die Sozialität unserer Gesellschaft.

 

Wir, die Bürgerinitiative Menschenskinder Delitzsch! e.V., haben es uns zur Aufgabe und zum Auftrag gemacht, diese Themen in unserer Loberstadt anzusprechen und nachhaltig zu ändern. Sie finden nachstehend unser Wahlprogramm zu der diesjährigen Stadtratswahl.

Für unsere Kinder fordern wir Spiel und Spaß sowie unendliche Bildungsmöglichkeiten. Zu dieser Forderung bedarf es folgende Änderungen in unserer Stadt:

 

 

Stabile Elternbeiträge

 

Seit einiger Zeit beobachten wir die Entwicklung der Elternbeiträge in der Stadt Delitzsch. In den letzten Jahren sind die Belastungen für die Familien stark gestiegen.

 

Das SächsKitaG lässt einen Spielraum für die Kommunen zu, in dem sich der Elternbeitrag bewegen darf. Dieser liegt für die Krippe bei 20-23% für Kindergarten und Hort bei 20-30% der zuletzt veröffentlichten Personal und Sachkosten für einen Kita-Platz.

 

 

Hier sehen Sie ein Beispiel der einzelnen Erhöhungen der Vergangenheit für einen Krippenplatz:

 

 

Frühjahr 2016: 12,28 € monatlich mehr

 

 

01.01.2017: 6,35 € monatlich mehr

 

 

01.01.2018: 23,62 € monatlich mehr

 

 

Für 01.01.2019 war eine Erhöhung um ca. 9,10 € monatlich im Gespräch.

 

Nachdem wir das Thema immer wieder in die Öffentlichkeit getragen und in einem Brief an jede/n Stadträtin/Stadtrat die Belastungen für den einzelnen Platz verdeutlicht haben, wurde die Erhöhung aus der Beschlussvorlage gestrichen.

 

Wäre diese Erhöhung beschlossen worden, hätte die Summe aller Erhöhungen für einen Krippenplatz seit Frühjahr 2016 monatlich 51,35 € betragen. Jährlich ist das eine Summe von 616,20 €.

 

 

Wir haben damit direkt dazu beigetragen, den Beitrag stabil zu halten und somit den Eltern eine Mehrbelastung von 109,20 € für das Jahr 2019 erspart.

 

 

Wir werden uns im Stadtrat dafür einsetzen, dass die Elternbeiträge in Delitzsch in Zukunft so gering wie gesetzlich möglich gestaltet werden. Unser erklärtes Ziel sind Elternbeiträge bei 20%!

 

 

 Spielplätze

 

 Die Stadtverwaltung Delitzsch wirbt gern mit der großen Anzahl der Spielplätze in der Stadt.
Laut offiziellen Zahlen sind es 31 Plätze, 42 wenn man die Spielplätze der Schulen und Kitas dazurechnet.

 

Vermehrt haben wir den Zustand und den Spielwert unserer Spielplätze angemahnt.
Aus unserer Sicht wird bei der Neugestaltung oder dem Austausch von Spielgeräten hauptsächlich darauf geachtet, dass sie in Zukunft möglichst wenig Arbeit und Kosten bei Instandhaltung und Wartung generieren. Kostenreduzierung sollte jedoch nicht dazu führen, dass der Spielwert in den Hintergrund gerät.

 

Wir sind als Stadt gut beraten, möglichst viel dafür zu tun, die Stadt für junge Familien attraktiv zu gestalten. Dazu gehören auch Spielplätze.

Deshalb werden wir uns dafür einsetzen, eine Spielplatzkommission zu gründen. Dieser Kommission sollte ein/e zuständige/r Mitarbeiterin/Mitarbeiter der Stadtverwaltung, je ein Mitglied aus jeder Stadtratsfraktion sowie 1 bis 2 Elternvertreter angehören.

 

 

Wir werden uns dafür einsetzen, dass bei Neugestaltung oder Austausch eines Gerätes auf Spielplätzen, die Anwohner ein Mitspracherecht bekommen. Dieses Mitspracherecht soll durch die Spielplatzkommission ermöglicht werden. Ziel ist es, die Ideen und Wünsche der Kinder zu sammeln und in einem Konzept zusammenzufassen. Dieses Konzept wird dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt werden. Nur so geht Bürgerbeteiligung. Fangen wir bei den Kleinsten an, können wir mit ihnen wachsen.

 

 

Ein weiteres Augenmerk werden wir auf die Sicherheit auf unseren Spielplätzen legen. Eine schnelle und direkte Reparatur von mutwilligen Schäden ist nicht nur wichtig für die ständige Gewährleistung der Sicherheit, sondern nimmt zusätzlich den Reiz des Vandalismus.

 

 

Wir werden ein Spielplatzprojekt ins Leben rufen, welches durch Bürger getragen und gestaltet werden soll. Dies trägt zur Schaffung eines neuen Wir-Gefühls bei und sorgt für stärkeren Zusammenhalt im Kampf gegen Vandalismus. Jeder Bürger, jeder Jugendliche, jedes Kind soll das Gefühl bekommen, etwas unternehmen zu können, damit sich in der Stadt etwas bewegt.
Das schafft Gemeinschaft und Gemeinschaften sind stark.

 

 

 Wir lassen es nicht zu, dass es marode Einrichtungen für unsere Jüngsten gibt

 

Wenn man die Gegenwart im Zusammenhang mit Sanierungen im Bereich der Horte, Kitas sowie Schulen betrachtet, dann sei doch die Frage gestattet: „Wie nachhaltig und perspektivisch sind Investitionen in der Vergangenheit getätigt worden?“

 

 

Wir empfinden es nicht als rühmlich und erwähnenswert, wie viel Geld die Stadt für die Umbau- und Sanierungsmaßnahmen ausgibt. Dies ist für uns schlicht und ergreifend a) eine Pflichtaufgabe der Stadt und b) geht es hierbei um die Zukunftsfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen.

 

Wir setzten uns dafür ein, dass die Einrichtungen für die kommenden Jahre keinen Sanierungsstau haben und die Bildungseinrichtungen zukunftsfähig saniert und gebaut werden.

 

 

Sicherere Wege zu Einrichtungen, Schulen, Einsatz von Lotsen, Regelungen zu Hortwegen

 

Die gesetzliche Regelung besagt, es liegt in der Verantwortung der Sorgeberechtigten, dass die Kinder zum Hort gelangen. Doch die meisten Eltern sind arbeitstätig. Wie sollen sie sich demnach kümmern, dass ihr Kind ohne weiteres zum Hort kommt?

 

 

Wir sind der Meinung, dass die Verantwortung nicht so einfach abgegeben werden darf. Denn es besteht schließlich ein Hortangebot für Kinder, deren Eltern arbeitstätig sind. Der Vertrag für die Hortbetreuung besteht zwischen der Stadt und den Familien. Daher stellt sich die Frage: Warum ist es Aufgabe der Eltern, sich darum zu kümmern, dass die Kinder zum Hort kommen?

 

 

Was ist, wenn etwas auf dem Weg zum Hort passiert? Dann werden die Stimmen laut. Doch muss es soweit kommen? Warum kann man nicht agieren statt reagieren? Warum muss erst etwas passieren, ehe sich Gedanken über eine Regelung gemacht werden?

 

 

Die Sicherheit unserer Kinder liegt uns am Herzen. Egal, ob auf dem Weg in die KiTa, auf dem Weg zur Schule oder auf dem Weg zum Hort. Wir möchten Regelungen erwirken, die dazu führen, dass unsere Kinder sicher zu den Lern- oder Aufenthaltsorten gelangen. Einfache Anfänge sind Zebrastreifen bei stark befahrenen Straßen.

 

 

Es gibt viele Stimmen, die sagen: „Früher haben es die Kinder auch geschafft.“ Doch die Zeiten haben sich geändert. Es gibt viel mehr Autos auf den Straßen, die selbst vor roten Ampeln nicht halten. Der Hort ist nicht mehr in der Schule. Beide Institutionen sind voneinander getrennt. Auch das muss berücksichtigt werden. Um Dinge anzugehen, muss darauf geschaut werden, was die Anforderungen von heute sind. Es hat sich einiges geändert.

 

 

Ein weiteres Anliegen ist es, für unsere Schüler die Bushaltestellen so sicher wie möglich zu machen. Der erste Schritt hierfür ist das Setzen eines Tempolimits an allen Haltestellen und sowie Einrichtungen auf Tempo 30. In unseren Augen ist das Tempolimit der Weg, um den Kindern und Schülern ein sicheres Gefühl auf den Weg zu geben. In diesem Zusammenhang fordern wir die Überwachung der Tempolimits.

 

 

Auch wenn wir das Gesetz nicht ändern können. Eine Stadt kann für sich eigene Regelungen treffen, um den Kindern und deren Familien Sicherheit zu geben. Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Man muss es nur angehen. Andere Städte haben auch Möglichkeiten gefunden, Partnerschaften gebildet und Menschen gewinnen können, die dabei unterstützen, dass die Kinder am Zielort ankommen. Dafür werden wir uns engagieren.

 

 

Mehr Raum für Jugendliche

 

Oft wird in unserer Stadt über Lärm und Müll durch Jugendliche im öffentlichen Raum geklagt. Sie sollen sich andere Orte suchen oder was Sinnvolles tun, heißt es immer wieder.


Wir sind jedoch der Meinung, dass die Verdrängung der Jugendlichen aus dem öffentlichen Raum eine völlig falsche Richtung ist. Wenn man ein harmonisches Zusammenleben der verschiedenen Generationen fördern will, muss die Antwort „Gemeinschaft“ sein.

 

 

Wir werden uns dafür einsetzen, dass Jugendliche in Delitzsch mehr Raum bekommen. Jedoch soll hier nicht nur etwas für Jugendliche geschaffen werden, sondern mit ihnen zusammen. Jugendliche müssen freien Zugang zu Sportplätzen bekommen auch ohne, dass sie in einen Sportverein eintreten müssen, so dass sie spontan entscheiden können, z. B. Fußball spielen zu gehen. Dazu gehört natürlich auch die Schaffung neuer Bereiche, wie z. B. Beach-Volleyball-Plätze, Tischtennisplatten und weiteres. Das Bestehende kann ausgebaut werden.

 

 

Die Entwicklung von Jugendprojekten steht ebenfalls auf der Agenda des Vereins. Dabei ist uns wichtig, dass Jugendliche in Delitzsch Plätze bekommen, wo sie sich Treffen können, ohne ihre Mitmenschen zu stören. Diese sollten sie auch selbst gestalten dürfen. Es gibt zahlreiche Projekte dieser Art, die bereits in anderen Städten durchgeführt wurden.

 

 

Das alles muss in einem Prozess der Beteiligung passieren, der für unsere Stadt ganz selbstverständlich werden muss. Die Jugendlichen sollen bei der Ideensammlung, Konzepterstellung und Umsetzung einbezogen werden. Der tolle Nebeneffekt dabei ist, sie lernen etwas für ihre berufliche Zukunft und schaffen mehr Raum für sich selbst.

 

 

Dafür machen wir uns stark.

 

 

Kinder- und Jugendbeauftragter

 

Aus unserer Sicht ist es sinnvoll, mehr Menschen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einzusetzen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass in der Stadtverwaltung mindestens ein/e Kinder- und Jugendbeauftragte/r benannt wird. Diese/r soll in allen Fragen und Entscheidungen bzgl. Kinder und Jugendlichen in der Stadt einbezogen werden. Der/Die Kinder- und Jugendbeauftragte sollte mit Streetworkern und Vereinen zur Kinder- und Jugendförderung, wie z. B. Sportvereinen, in Kontakt stehen, um den Bedarf und die Probleme aus erster Hand zu erfahren. Des Weiteren sollte er/sie Teil des Schul- und Sozialausschusses, sowie der Spielplatzkommission sein.

 

 

Förderung der Jugendarbeit in Vereinen

 

Um für unsere Jüngsten und Jugendlichen Perspektiven aufzuzeigen, bedarf es eine nachhaltige Förderung ortsansässiger Vereine. Wir setzen uns dafür ein, dass es Unterstützung seitens der Stadt für den finanziellen und personellen Bereich der Vereine gibt. Denn wir sind der Meinung, dass Vereinsleben soziale Kompetenzen aller Kinder und Jugendlichen stärkt.

 

 

Stärkung des Ehrenamts

 

 Das Ehrenamt verbindet unsere Gesellschaft mit weitreichenden verantwortungsvollen Aufgaben. Daher setzten wir uns für die Stärkung jeglicher Ehrenämter unserer Stadt ein. Dabei geht es u. a. darum, Arbeitgeber darüber aufzuklären, was es bedeutet, Kameradinnen und Kameraden für Katastrophenfälle sowie für den Brandschutz abzustellen, aber auch um die nachhaltige Förderung der Stadt gegenüber den Ausführenden des Ehrenamts. Dazu gehört auch die Gewinnung neuer Ehrenamtlicher. Die Perspektive sowie die Nachhaltigkeit müssen im Auge behalten werden.

 

Nachwuchs für die einheimische Wirtschaft / Mittelstand

 

Unsere Stadt sollte sich mehr dafür einsetzen, dass kommunale Betriebe ausbilden und bessere Ausbildungsmöglichkeiten bekommen. Dazu gehört es auch, junge Menschen, die einen Inklusionshintergrund haben, besser zu integrieren. Hier gilt es, dass sich Schulen intensiver der Berufsorientierung öffnen und Schüler an Informationstagen von einheimischen/kommunalen Unternehmen teilnehmen können. Die Delitzscher Unternehmen bieten regionale Arbeitsplätze.
Die wenigen Veranstaltungen, die in Delitzsch angeboten werden, sind nicht ausreichend. Die Schüler müssen auch direkt Kontakt zu den Unternehmen finden, in die Unternehmen gehen. Da ist das klassische Schulpraktikum ein Anfang, jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Vielleicht ist es auch hier möglich, eine Arbeitsgruppe zu bilden, um die Berufsorientierung zu verbessern.

 

Delitzsch 4.0, Digitalisierung vorantreiben!

 

Bildung und Perspektive sind zwei Begriffe, welche für uns untrennbar sind. Es muss uns endlich gelingen, digitale Angebote zu schaffen. Dafür fordern wir, dass es mehr Investitionen in den Bereichen der Bildungseinrichtungen gibt. Wir setzen uns dafür ein, dass Investitionen nachhaltig getätigt werden. Wir möchten, dass unsere geschichtsträchtige Stadt nicht die Zukunft verschläft. Daher fordern wir ein Expertenteam, welches sich auf Stadtebene dem Thema annimmt und aktiv gestaltet.


Gegenseitiges Lernen und ein Miteinander unter den verschiedenen Generationen und Barrierefreiheit

 

Einem bedarfsdeckenden und -gerechten Angebot für bezahlbares und barrierefreies Wohnen für alle Generationen sollte mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Barrierefreiheit sollte bei zukünftigen städtischen Bauprojekten höchste Priorität genießen, um Bürgern mit Handicap und Senioren die Teilhabe am interaktiven und kulturellen Leben der Stadt zu ermöglichen.  

 

 

Ältere Menschen müssen leichter am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Deswegen sollte Delitzsch ein Stadtseniorenrat ins Lebens rufen, der mit dem Jugendparlament zusammenarbeitet, um unsere Stadt für alle Generationen schöner und lebenswerter zu gestalten.

 

 

 

 

Natürlich gibt es noch viele andere wichtige Themen wie solide Finanzen, Umweltschutz, Beibehaltung des Baumbestandes etc., die wir bewusst nicht extra aufführen. Das sind für uns Selbstverständlichkeiten und bedürfen daher keiner weiteren Erwähnung.

 

 

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns am 26.05.2019 Ihr Vertrauen schenken und Ihr Kreuz bei der Bürgerinitiative Menschenskinder Delitzsch! e.V. machen.

 

  

 

Mit kindlichen Grüßen,

 

 

Ihre Bürgerinitiative Menschenskinder Delitzsch! e.V.

 

Hier unser Wahlprogramm zum Download im PDF-Format

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